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Diese
gefleckten Pudel-Variante, die in Österreich schon einen
beachtlichen Liebhaberkreis gefunden haben, ist offiziell vom
ÖKV als Pudel anerkannt. Aber sie widersprechen der
Standardvorschrift, dass der Pudel einfarbig gezüchtet werden
soll. Diese Vorschrift wurde bereits 1880 in Berlin
aufgestellt. Deshalb können die Neufarbenpudel ausgestellt
werden.
Das Festhalten an einer alten Bestimmung kann man Frankreich
vielleicht nicht übelnehmen, aber die Begründung, diese
Farbvarianten seien nur durch Einkreuzen anderer Rassen
entstanden überzeugt viele Fachleute nicht. So ist es durchaus
möglich, daß die ursprüngliche Fleckenbildung, die wir von den
alten Wasserhunden und dem sogenannten Urpudel her kennen, ohne
Fremdeinkreuzung als Mutation aufbrechen kann. Genau diese
Erfahrung machte z. B. Liselotte Eckstein (Ehrenpräsidentin des
ADP). 1959 paarte sie zwei schwarze Pudel aus bestbekannten
Linien. Die Folge war: zwei Pudel in black and tan und ein
gestromter. Eine Wiederholungsverpaarung brachte dann aber einen
Wurf mit vier schwarzen Welpen. Diese Erfahrung bestätigt die
Vermutung, daß Black-and-Tans und Harlekins als Mutation
plötzlich in Erscheinung treten können. In der Weiterzucht
verhalten sie sich rezessiv. Das heißt, man muß Gefleckte mit
Gefleckten paaren, um einen Wurf Harlekins zu erhalten. In
entsprechender Weise werden auch die Black-and-Tans gezüchtet.
Der erste Standard zu diesen beiden Farbvarianten wurde von Frau
Eckstein aufgestellt, und im Frühjahr 1988 wurden diese beiden
Farbschläge anläßlich einer Tagung der Wissenschaftlichen
Kommission der FCI vorgestellt. Liselotte Eckstein gelang es,
die verlangten je zehn Generationen der durchgezüchteten Linien
nachzuweisen. Auf diesem ersten Standard aus dem Jahre 1980
basieren die heutigen Beurteilungsgrundlagen. In Deutschland
werden die Neufarbenpudel im VDH in Sonderregistern
gezüchtet.
Doch die Zahl der Liebhaber dieser Farbvarianten steigt stetig
und vielleicht ist es ja dann doch irgendwann soweit, das sich
diese liebenswerten Harlekins und Black-and-Tans dann auch der
internationalen Konkurrenz stellen können.
Außerhalb des VDH´s (der Desidenz) werden diese Farbschläge
nämlich schon seit vielen Jahren gezüchtet und auf nationalen
und internationalen Ausstellungen vorgestellt |